Das TibetprojektDas Tibetprojekt


"Die CIA war in Tibet?"
"Oh, ja. Die Amerikaner hatten dort etwas vor. Und Mao wußte das."


Das Buch

"Was wollte Adolf Hitler vom Tibetischen Buddhismus?" Mit dieser zunächst absurd anmutenden Frage führt Das Tibetprojekt auf eine historische Zeitreise und in die Abgründe der menschlichen Seele. Das alte tibetische Imperium ersteht neu, und einem bisher kaum beachteten Kapitel des Dritten Reiches kommt plötzlich eine fatale Bedeutung zu. Es zeigt sich, dass an der Eingangsfrage mehr Wahres ist, als man zunächst glauben möchte. Himmler vermutete in Tibet den Ursprung der Arischen Rasse und entsandte 1938 offenbar nicht ohne Grund eine geheime Forschergruppe nach Lhasa.

"Der Dalai Lama hat dem Westen nicht alles erzählt." Mit diesen Worten lockt eine chinesische Agentin einen deutschen Historiker auf eine gefährliche Mission nach Asien. Ein Szenario entsteht, vor dessen Hintergrund Filme wie "7 Jahre in Tibet" in einem anderen Licht erscheinen und das gesamte idyllische Bild des Tibetischen Buddhismus ins Wanken gerät. Bis zum Ende brechen Selbst- und Weltbilder zusammen; eine Ikone stürzt vom Sockel. Der Leser bleibt sehr nachdenklich zurück.

Mit dem Tibetprojekt veröffentlicht der dtv im Februar 2009 den ersten Thriller, der sich an die unbekannte, dunkle Seite des tibetischen Buddhismus heran wagt. Selbst der Dalai Lama wird hierbei kritisch betrachtet.


"Krieg im Namen Buddhas?"


Fakten

Aufwendig recherchiert, basiert dieser Thriller zum Teil auf Fakten, die jeder kennt, nur bisher nie in diesem Zusammenhang gesehen hat. Zum anderen stehen hinter fast jedem Absatz Erkenntnisse aus der religionswissenschaftlichen und historischen Fachliteratur. Darin liegt der Reiz des umfangreichen Materials, das als Stoff für mehrere Romane gereicht hätte. Sämtliche historischen Personen, Orte und Ereignisse sind Realität. Ebenso die erwähnten Fotos, Kunstgegenstände und Dokumente. Natürlich bleibt es ein Roman und die Grenze zwischen Dichtung und Wahrheit verschiebt sich - gut versteckt und kaum, wo die Leser sie vermuten möchten. Überprüfen Skeptiker die Schlüsselbegriffe in Google, werden sie staunen und sich fragen, ob hier nicht doch mehr Zusammenhänge aufgedeckt werden, als vielen lieb ist.


Die chinesische Mauer, das größte Bauwerk der Menschheit, ist eine Verteidigungsanlage. Und jetzt sah Decker auch wogegen: Eine uralte Armee der Finsternis.



Stil

Das Tibetprojekt schreitet schnell voran und verliert keine Zeit mit Ortsbeschreibungen oder Charakterstudien. Die Spannung liegt hauptsächlich in der Abfolge der Fakten und deren Brisanz. Auch wenn es eine Rahmenstory mit Bezug auf die deutsch-chinesischen Beziehungen gibt, Tom Kahn setzt primär auf Gedankenspiele, innere Handlung und Überraschungsmomente, die aus neu gewonnenen Einsichten entstehen. Daher ist Das Tibetprojekt kein 08/15 Thriller sondern ein Buch mit 400 Seiten, das viele neue Einsichten bringt.

Für gebildete und ideengeschichtlich interessierte Leser ein Genuss, für Verschwörungstheoretiker ein Festmahl, für die oft prominenten Anhänger des tibetischen Buddhismus ein Grund zum Nachdenken und vor allem ein Thriller mit völlig neuen Themen und weltpolitischen Konstellationen.


"Meiden sie Tibet. In Tibet herrscht das Böse."